Usedom Gedichte

Usedomer Inselglück

® Traudel Zölffel

Sanfte Hügel, sattes Grün,
Kiefern sind ganz windverkrüppelt,
Drüber weiße Wolken ziehn,
Ganz verschlossen meine Lippen.
Und die Birken schimmern golden,
Abendsonne trifft den See.
Bin beglückt durch diesen Anblick,
Doch der Abschied tut schon weh.

Überm Meere hängen Wolken,
Große, kleine, schwarz und weiß.
Wind versucht sie wegzuscheuchen,
Nur die dicke Wolke bleibt.
Nach dem großen Regenschauer
Ist ein Regenbogen da.
Dieser spannt sich groß und prächtig,
Herrlich, einfach wunderbar.
Möchte zum Fuß des Bogens rudern,
dieser liegt in einem See.

Doch das Unternehmen scheitert,
Ist kein Kahn da in der Näh.
Stelle mich dann in den Bogen,
Hab ein buntes Regenkleid.
Eine Wolke eilt vorüber,
Diese wird ganz blass vor Neid.
Inselglück und Inselzauber,
Inselwiesen, Inselsee:
Morgen fahre ich nach Hause
Doch der Abschied tut schon weh.

Abschied von Usedom

® Maria Kindermann

Tränen fallen in den Sand,
Möwenschreie sind heut Abschiedslieder.
Letzte Spurensuche am Strand,
das Meer ruft mir zu – komm bald wieder.

Hier habe ich Ruhe gefunden,
es heilte der irdische Schmerz,
die Seele konnt wieder gesunden,
Friede und Labsal, für mein krankes Herz.

Langsam geht die Sonne unter,
Sterne fallen in das Meer,
glutrot seh ich den Himmel brennen,
verträumt schaue ich hinterher.

Ein leises Lied singt mir der Wind,
es wird das letzte sein.
Ein langes Jahr muß nun vergehn,
um wieder hier, auf der Insel zu sein.

Usedomer Gedankenspiel 1

® Traudel Zölffel

Schließt man die Augen mal am Strand
Dann hört man Wellen sprechen
Es kommt drauf an, es kommt drauf an
Wie sie am Ufer brechen

Schenk Ruhe dir, schenk Ruhe dir
Ganz sanft sind sie gekräuselt
Ein warmer Wind führt die Regie
Und jede Welle säuselt

Das Meer ist tief, das Meer ist tief
Und manchmal sehr gefährlich
Ein großes Schiff fuhr grad vorbei
Das Fernweh macht begehrlich

Ich bin das Meer, ich bin das Meer
Komm her und lass dich wiegen
Ich habe Kraft, du bist nicht schwer
Die Leichtigkeit wird siegen

 

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